Die TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ wurde in einer neuen Version veröffentlich. Das Bundesarbeitsministerium hat die Neufassung im Ministerialblatt Nr. 36/2017 bekannt gemacht.

Mit der Gefährdungsbeurteilung werden alle Tätigkeiten in Ihrem Unternehmen im Hinblick auf mögliche Gesundheitsgefährdungen und Unfallgefahren bewertet, um darauf notwendige Schutzmaßnahmen bzw. Schutzziele für Ihre Mitarbeiter abzuleiten.

Aber auch wenn Sie keine Mitarbeiter haben, gibt die TRGS Hinweise, was Sie in Ihrem eigenen Interesse zu beachten haben.

Nachfolgend finden Sie die wesentlichen Änderungen der TRGS 400 im Überblick:

  • Teilweise gibt es Verschiebungen einzelner Kapitel. So wurde aus der bisherigen Nummer 3.1  „Organisation und Verantwortung“, nun die neue Nummer 3 „Verantwortung und Organisation“. Die Nummer 3.2 „Gleichartige Arbeitsbedingungen“ wurde zur Nummer 4.2 „Beurteilung gleichartiger Tätigkeiten“. Die bisherige Nummer 3 mit dem Oberbegriff „Grundsätze zur Durchführung der GB“ ist nun unter der Nummer 4 zu finden. Dort wurde im Besonderen die Fachkunde in Nummer 4.1 konkretisiert.
    • Es wird beschrieben, welche Kenntnisse eine fachkundige Person über notwendige Informationsquellen, Gefahrstoffen, Tätigkeiten und Schutzmaßnahmen benötigt,  um eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen?
    • Weiterhin wird beschrieben, welche Ausbildung oder Berufserfahrung und Kompetenzen im Arbeitsschutz notwendig sind.
  • Die „Informationsquellen sind nun von Nummer 4.1 zur Nummer 5.1 geworden. Die wichtigsten Informationsquellen für eine Gefährdungsbeurteilung bilden nun die Sicherheitsdatenblätter. Die in der bisherigen Version der TRGS enthaltenen Hinweise auf „möglicherweise mitgelieferte Informationen über standardisierte Arbeitsverfahren“ wurden komplett gestrichen und kommt in der neuen Version nicht mehr vor.
  • Darüber hinaus enthält die neue Nummer 5.1 nun auch ausführliche Hinweise, wie vorzugehen ist, wenn Sicherheitsdatenblätter offensichtlich unvollständige, widersprüchliche oder fehlerhafte Angaben enthalten
  • Die bisherige Nummern 5 „Gefährdungsbeurteilung bei vorgegebenen Maßnahmen (standardisierte Arbeitsverfahren)“ und die Nummer 6 „Gefährdungsbeurteilung ohne vorgegebene Maßnahmen“ wurden nun ein eine neue Nummer 6 „Gefährdungsbeurteilung“ zusammengefasst. Dazu gibt es zusätzliche Ergänzungen vor allem in den Nummern 6.1 „Vorgehen“ und 6.5. „Physikalisch-chemische Gefährdungen“.
  • Gemäß der neuen Nummer 6.1 „Vorgehen“ können nun „stoff- oder tätigkeitsbezogene TRGS sowie verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK)“ nach der TRGS 420 unmittelbar angewendet werden,  wenn die zu beurteilenden Tätigkeiten und Gefährdungen dort beschrieben sind.
  • Weichen Sie jedoch davon ab, müssen Ihre Mitarbeiter in vergleichbarer Weise geschützt werden und Ihre Entscheidung müssen in der Gefährdungsbeurteilung begründet werden. Ziehen Sie andere, zum Beispiel branchen- oder tätigkeitsbezogene Handlungsempfehlungen oder vorhandene Gefährdungsbeurteilungen heran, müssen Sie anhand der Kriterien aus Anhang 2 prüfen, ob Sie diese anwenden können.
  • Die neue Nummer 6.2 enthält nun wesentlich mehr Beispiele für „Tätigkeiten mit geringer Gefährdung“, was die Einschätzung in diesem Bereich deutlich erleichtert.
  • Die neue Nummer 6.5 „Physikalisch-chemische Gefährdungen“ erleichtert Ihnen jetzt die Gefährdungsbeurteilung durch die separaten Abschnitte  6.5.1 „Explosionsfähige Gemische“, 6.5.2 „Energiereiche Stoffe und Gemische“ sowie 6.5.3 „Weitere Brand- und Explosionsgefährdungen“.

Konkrete Handlungsfelder für Ihre Organisation

Aufgrund der Aktualisierung der Neufassung der TRGS 400 ergeben sich folgende Handlungsfelder für Ihre Organisation:

  • Aktualisierung ihres Gesetzeskatasters mit der aktuellen Version der TRGS 400
  • Überprüfung der vorhandenen Gefährdungsbeurteilungen, in wieweit Änderungen aufgrund der Neufassung notwendig sind.
  • Bei Bedarf, dann auch Anpassung der Betriebsanweisungen und Unterweisungen

Bitte Berücksichtigen dabei auch, dass es seit April 2017 eine Neufassung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) gibt, aus der sich ebenfalls Handlungsbedarf ergibt.

Wir unterstützen Sie gerne bei Umsetzung der Neuregelungen durch:

  • Führen eines zentralen, online Gesetzeskatasters
  • Aktualisierung Ihrer Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen
  • Führen eines zentralen Gefahrstoffkatasters und Lagerkatasters (online und offline)
  • Vorbereitung und Durchführung von Unterweisungen

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